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Holz vergrauen oder ölen?

Der natürliche Lauf der Dinge: Warum Holz grau wird

Nach der Verlegung einer hochwertigen Holzterrasse beobachten Gartenbesitzer meist nach dem ersten Winter eine deutliche Veränderung: Das ursprünglich satte Rotbraun von Bangkirai oder Lärche weicht einem hellen Grauton. Diese optische Wandlung führt oft zu der Annahme, das Material sei beschädigt oder von minderwertiger Qualität.

Aus fachlicher Sicht können wir hier jedoch Entwarnung geben: Das Vergrauen ist ein völlig natürlicher Prozess und kein Mangel.

Es handelt sich um einen optischen Schutzmechanismus der Natur. Das UV-Licht der Sonne zerstört an der Oberfläche den Holzinhaltsstoff Lignin, der für die braune Farbe verantwortlich ist. Durch Regen wird das zersetzte Lignin ausgewaschen, und zurück bleibt die helle Zellulose. Zusammen mit Schmutzpartikeln und Pilzsporen bildet sich daraus die charakteristische silbergraue Patina.

Die "Patina"-Strategie (Vergrauen lassen)

In der modernen Architektur ist die silbergraue Fassade oder Terrasse oft ein bewusstes Gestaltungselement. Architekten schätzen den ehrlichen Charakter von natürlich verwittertem Holz.

Die Vorteile

• Kein Pflegeaufwand: Sie müssen nicht jährlich streichen. Eine Reinigung (Fegen/Wasser) reicht aus.

• Natürliche Optik: Die Terrasse fügt sich oft harmonischer in das Gesamtbild des Gartens ein als eine permanent "frisch lackiert" wirkende Fläche.

• Kostenersparnis: Die laufenden Kosten für Pflegemittel entfallen

Die Nachteile

• Splitterbildung: Ein geöltes Holz bleibt an der Oberfläche geschmeidiger. Ungeschütztes, verwittertes Holz neigt bei starker Trockenheit eher zu Rissbildung und zum "Schiefern" (Aufstellen von Holzfasern).

• Fleckenempfindlichkeit: Wenn beim Grillen Fett auf das rohe, offenporige Holz tropft, zieht es sofort ein. Bei geöltem Holz perlt es eher ab.

Der Nachteil

• Splitterbildung: Ein geöltes Holz bleibt an der Oberfläche geschmeidiger. Ungeschütztes, verwittertes Holz neigt bei starker Trockenheit eher zu Rissbildung und zum "Schiefern" (Aufstellen von Holzfasern).

• Fleckenempfindlichkeit: Wenn beim Grillen Fett auf das rohe, offenporige Holz tropft, zieht es sofort ein. Bei geöltem Holz perlt es eher ab.

Weg B: Die "Pflege"-Strategie (Ölen)

Wer den satten Farbton des Holzes dauerhaft erhalten möchte, muss aktiv gegen den natürlichen Prozess arbeiten. Um den UV-Abbau des Lignins zu stoppen, müssen Pigmente auf das Holz aufgebracht werden.

Warum wir spezielles Terrassenöl empfehlen 

Viele Anwender greifen zu universalen Ölen ohne UV-Schutz. Wir bei Holz Disselnmeyer raten jedoch zu Terrassenöl.

• Pigmentierung: Ein farbloses Öl verhindert das Vergrauen nicht, da es UV-Licht durchlässt. Sie benötigen ein Öl mit Farbpigmenten (z.B. "Bangkirai-Öl", "Lärchen-Öl"), die wie ein Sonnenschutz für das Holz wirken.

• Sättigung: Das Öl sättigt die Holzpore. Wasser dringt weniger tief ein, das Holz quillt und schwindet weniger. Das reduziert die Rissbildung.

Der große Mythos: "Hält geöltes Holz länger?"

Die Antwort ist differenziert zu betrachten:

Eine Terrasse aus widerstandsfähigem Tropenholz (Resistenzklasse 1) oder sibirischer Lärche wird nicht verfaulen, nur weil sie vergraut. Die biologische Haltbarkeit gegen Pilze steckt im Holz selbst, nicht im Ölanstrich. Aber: Das Ölen schützt vor physikalischem Verschleiß an der Oberfläche. Es verhindert, dass das Holz spröde wird und stark auffasert.

Fazit zur Haltbarkeit: Eine geölte Terrasse sieht länger neuwertig aus und ist angenehmer zu begehen (weniger Splittergefahr). Die statische Lebensdauer der Konstruktion verlängert sich durch das Ölen jedoch nur marginal.

Anleitung: Von Grau zurück zu Braun

Sie haben Ihre Terrassendielen mehrere Jahre vergrauen lassen und wünschen sich nun die ursprüngliche Farbe zurück? Ein einfaches Überstreichen funktioniert hier nicht, da das Ergebnis fleckig wäre.

1. Entgrauen: Nutzen Sie einen chemischen Holz-Entgrauer. Dieses Gel wird aufgetragen und löst die graue Patina chemisch an.

2. Schrubben: Mit einer Wurzelbürste oder einer Reinigungsmaschine wird der graue Schleier abgewaschen. Darunter kommt das unverwitterte, braune Holz zum Vorschein.

3. Ölen: Nach vollständiger Trocknung (mind. 24 Stunden) tragen Sie das pigmentierte Öl auf.

Es ist Ihre Entscheidung

Es gibt technisch kein "Richtig" oder "Falsch", nur ein "Gepflegt" oder "Natürlich".

• Sie wünschen Barfuß-Komfort und edle Optik? Dann ölen Sie einmal jährlich (ideal im Frühjahr nach dem Frost).

• Sie bevorzugen den rustikalen Look und möchten den Pflegeaufwand minimieren? Lassen Sie das Holz vergrauen. Achten Sie dabei besonders auf eine gute Hinterlüftung der Konstruktion.

Unser Tipp: Egal ob grau oder braun – reinigen Sie Ihre Terrasse einmal im Jahr gründlich von Grünbelag. Algen speichern Feuchtigkeit und machen das Holz gefährlich rutschig. Dafür finden Sie bei uns Reiniger & Entgrauer, die das Holz schonen, aber den Belag effektiv entfernen.